24. September 2026 · 5 Min.
Das Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige kommt viel zu spät
Eine Reglementierung hätte schon viel früher kommen müssen.
Von Mathias Fischer

Es ist bizarr, in welch misslicher Lage sich unsere Jugend befindet, der Alltag geprägt von TikTok-Trends und ewigen Doomscrolling-Eskapaden. Besorgniserregend dabei wird die Entwicklung der jungen Menschen sein, die aufgrund exzessiven Verhaltens auf Plattformen zu kurz kommen könnte.
Das Problem ist nicht allein der Versuch, mehrere Stunden pro Tag mit Kurzvideos zu verbringen, im Gegenteil, es liegt an der Wurzel. Wie soll die Kreativität gefördert werden, wenn es eigentlich nur mehr die Finger benötigt, den Rest regelt die Applikation selbst? Furchteinflößend bei dem Gedanken daran, dass die kognitiven Ausprägungen unseres Gehirns womöglich gänzlich beeinträchtigt werden. Keine schulische Ambition vorherrscht, geschweige denn ein Anspruch an die eigene Leistung: Wie soll unsere Gesellschaft aussehen in einer Zukunft, in der unser Alltag von stundenlanger Handynutzung geprägt ist?
Wo in aller Welt führt das hin?
Haben wir selbst unser eigenes Handeln noch im Griff, oder sind wir schon längst überfallen worden von der Missachtung unserer schönen Lebenszeit?
Auch die Eltern und Großeltern haben der Tyrannei zugewunken und sie akzeptiert, aber sie haben nie eine kritische Miene gezogen. Die Lösung liegt laut der Politik in einem Verbot für unter 14-Jährige: Darauf kann man nur eines sagen: Schauen wir uns die Profile der handelnden Personen mal im Detail an. Richtig, Social Media ist vielmehr zur Politikmodeschau geworden. Grüße zu Weihnachten und Ostern sind längst nicht mehr die Ausnahmen, jeden Tag müssen Inhalte auch von Politikerinnen und Politikern produziert werden.
Bleibt nur eine Frage ungeklärt: Können Personen, die ihren eigenen Konsum wohl kaum im Griff haben, überhaupt über andere Mitmenschen entscheiden?
Wahrscheinlich nicht, denn wer kann überhaupt von sich behaupten, seine Bildschirmzeit für Social Media im Überblick zu haben. Trotzdem dürfen wir hoffen, dass eine gespenstische Gesellschaft nie ihren Einklang findet. Sind wir auch nicht zu schade, das persönliche Gespräch mit einer anderen Person vorzuziehen, denn die Sprache hat sich zwar in der Entwicklung des Menschen geändert, aber sie ist nach wie vor sein stärkstes Organ. Nutzen wir den Hebel der direkten Kommunikation viel öfter als das passive Konsumieren.
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